mit dem Rad von Augsburg nach Istanbul

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Seit meinem gescheiterten Istanbul-Versuch ist jetzt ja genug Zeit vergangen, um zu analysieren warum die ganze Aktion so grandios schief gegangen ist.

Mögliche Ursachen gehen mir durch den Kopf: unzureichende Fitness, über-ambitionierte Etappen, mangelnde Hitzeresistenz – also alles in allem die eigene Unzulänglichkeit – das mag ja alles zu einem kleinen Teil eine Rolle gespielt haben, aber ganz ehrlich, das kann doch nicht der Hauptgrund gewesen sein – oder doch? Vor kurzem erst, also vor circa 30 Jahren, war ich doch noch topfit und meinetwegen haben die 15 Jahre on-off Beziehung mit meiner Krebserkrankung auch ein wenig an mir gezehrt, aber trotzdem, ich kann’s und will’s nicht glauben.

Und so stehe ich nachdenklich und voller Selbstzweifel als mittelalter Mann vor meiner chromglänzenden Siebträgermaschine, um mir einen Gourmet-Espresso zu köcheln, da fällt es mir auf einmal wie Schuppen von den Augen: nicht ich war das Problem – das Material trägt die Hauptschuld! Denn wie ein mir bekannter Zen-Meister immer sagt: „Probleme die man mit Geld lösen kann sind keine Probleme“. Erleichtert ob der klaren Erkenntnis formuliere ich erleichtert meinen Kaffee schlürfend sofort einen detaillierten Aktionsplan. Punkt 1 und einziger Punkt – ein neues Rad muss her.

Ein paar Tage und unzählige Stunden Web-Recherche später ist klar, dass dies in Zeiten des Internets kein einfaches Unterfangen wird, zu viel der Information und so wird bald klar, dass es für mich kein Rad von der Stange gibt (geben kann!), das die Anforderungen eines Siebträgerbesitzers erfüllt. Kurz spiele ich sogar mit dem Gedanken, in die Vollen zu gehen und mir einen Rahmen selbst zu bauen, bei Skiern hat das ja auch funktioniert und schließlich war Metallverarbeitung ja mal mein Metier. Doch realistisch gesehen wird es dann Jahre dauern, bis ich auf dem neuen Rad sitze. Also doch die einfache Variante mit Rahmen von der Stange und der Rest als Selbstaufbau mit handverlesenen Teilen, so werd‘ ich’s machen.

Jetzt geht’s aber erst mal Richtung Seealpen, ein wenig zusätzliches Bergtraining könnte sich noch als nützlich erweisen, falls das neue Rad dann doch nicht von selbst rollt… Sobald ich wieder zuhause bin, werde ich euch dann noch ausführlich mit Auswahl und Aufbau des neuen Bike auf dem Laufenden halten. Nur soviel sei schon mal verraten – der Rahmen liegt gut verpackt bereits bei mir im Keller, ein Salsa Cutthroat (https://www.salsacycles.com/collections/cutthroat).

1 Kommentar

  1. Udo

    Moin alter Radschrauber,
    …na dann drücke ich Dir die Daumen, was wirds den für ein Fahrrad?
    LG aus Hamburg
    Udo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

© 2025 Road2Istanbul

Theme von Anders NorénHoch ↑